Künstlerisch verzierte Lkw als Wettbewerbsfaktor

19. März 2010 von Manuela Wehrle

Dekorierte oder mit speziellem Design verschönerte Lkw sind auf unseren Straßen eher selten zu sehen. Ganz anders in einigen asiatischen Ländern: In Japan kann man Lkw begegnen, die „so licht- und farbenprächtig wie eine Jukebox“ aussehen und eine eigene Bezeichnung haben: „Dekotora“, wobei es sich um „Art-Trucks mit bizarrer Frontpartie, über und über mit Lampen verziert“ handelt. Zu lesen ist darüber in einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe von mobil, dem Magazin der Deutschen Bahn, das in den Zügen ausliegt. Praktisch gesehen handelt es sich bei den meisten Dekotora um Fahrzeuge zum Milchtransport. Ihre Besitzer investieren teilweise bis zu 75.000 Euro in Neonlampen, Schwarzlichtlampen und Metallverkleidung und sind damit in einen regelrechten Wettbewerb um den verziertesten und auffallendsten Lkw getreten. Auf Youtube kann man sich Dekotora auch in Filmchen anschauen, z. B. hier oder hier.

Weniger mit Lichteffekten, dafür jedoch mehr mit bunten Dekoren, Bildern und Mustern bemalt findet man Lastwagen in Afghanistan und Pakistan. Der eine oder andere hat diese vielleicht schon im TV gesehen. Entgegen dem Trend in Japan, wo der Dekotora-Kult seinen Ursprung in einem Film fand, haben afghanische und pakistanische Lkw-Fahrer den Brauch von der früheren Transportform über Kamele und Lastentiere übernommen, die zu Beginn einer Karawane mit Schmuck und Glücksbringern verziert wurden. Einige Beispiele sind hier zu sehen: Foto aus einer Sammlung mit Impressionen aus dem afghanischen Leben und an der afghanisch-pakistanischen Grenze wartende Trucks.
In dem Beitrag im mobil-Magazin kommt der Autor zu dem Schluss, dass die Lastwagenkunst zu einer vorsichtigen Fahrweise führt, um das Kunststück nicht zu bestätigen, was wiederum für eine sichere Beförderung der Fracht spricht. Und damit für einen „verblüffenden Wettbewerbsfaktor“. Wie wohl bei uns in Deutschland die künstlerisch verzierten Lkw ankommen würden?

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