Die Logistik boomt auch in der Wissenschaft
28. Juli 2010 von
Manuela Wehrle
Die Logistikkonjunktur verzeichnet wieder einen Auftrieb, was z. B. der vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) erhobene Logistik-Indikator zeigt; die Lagebeurteilung zeigt deutlich nach oben. Ähnliches beobachten wir seit geraumer Zeit in der Wissenschaft: Neue Logistik-Lehrstühle werden gegründet und die Wissenschaftler setzen sich intensiv mit der Logistik auseinander.
Allein in Rhein-Main gibt es immer mehr Hochschulen, die sich stärker der Logistik widmen. So wurde z. B. im letzten Jahr an der Universität Mainz ein Lehrstuhl für BWL mit Schwerpunkt Logistikmanagement eingerichtet. Die Steinbeis Business School setzt auf ihrem Rhein-Main-Campus in Hanau ebenfalls auf Logistikmanagement. Und am Supply Chain Management Institute (SMI) der EBS Business School in Wiesbaden hat Dachser einen Lehrstuhl für Nachhaltigkeit in der Logistik gestiftet.
Während also Lehrstuhl um Lehrstuhl eröffnet wird, beschäftigt sich u. a. die BVL mit dem Grundverständnis der Logistik als wissenschaftliche Disziplin und hat hierzu kürzlich im Rahmen des Wissenschaftssymposiums ein Eckpunktepapier zu dem Thema erstellt. Demnach ist die Logistik nicht als Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre, der Volkswirtschaftslehre oder der Ingenieurwissenschaften zu sehen, sondern sie ist als anwendungsorientierte Wissenschaftsdisziplin zu verstehen, die die genannten Disziplinen miteinander verknüpft. Das Papier erklärt die zentralen Merkmale der Logistik als wissenschaftlicher Disziplin und soll die Diskussion um das Selbstverständnis der Logistik befördern. Die Autoren rufen ausdrücklich zur Beteiligung auf.
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