„Eine gute Internetsuche wird Teil der Schulbildung“ behauptet die Führungsmannschaft von Google am vergangenen Freitag in einem FAZ-Interview.
Naja, es ist wohl nicht zu leugnen, dass Internetsuche schon heute eine wichtige Rolle in der Vervielfältigung Erstellung von Hausaufgaben und Referaten spielt, aber lernen die Kinder und Jugendlichen diese Fertigkeiten wohl eher von Altersgenosssen und durch das “spielerische Lernen” im täglichen Gebrauch. Viel wichtiger erscheint mir, die analytischen Fertigkeiten zu schulen, die man braucht, um der Informationsflut die relevanten und verlässlichen Daten zu entziehen – und so ganz neu ist dieser Anspruch an die Bildungsinstitutionen auch nicht.
Mal schauen, was das Web 2.0 an den Universitäten ‘anrichtet’:
Jochen Robes vom Weiterbildungsblog hat in seinem Eintrag Campus 2.0 vom 25.Januar auf ein paar lesenswerte Artikel zum Thema Web 2.0-Tools an deutschen Universitäten hingewiesen. Hier die von ihm ausgewählten Zitate und Links zu den Originaltexten:
Friedrich Hesse (Institut für Wissensmedien, Tübingen):
“Die neuen Medien dürfen an den Hochschulen nicht vor allem unter dem Kostenaspekt gesehen werden. Es geht einfach nicht mehr ohne sie. Wenn die heute 17-Jährigen an die Hochschulen kommen, dann kennen sie einen großen Teil von Angeboten aus der Palette von Social Software (wie Myspace, Facebook, Studi-VZ) als etwas völlig Selbstverständliches. Und wenn dann die Universitäten nicht mitziehen, dann werden diese Studenten ihren Wissensaustausch gänzlich jenseits der Bildungsinstitutionen organisieren, in ihren individuellen und kommerziell organisierten Netzwerken.”
Interview mit Friedrich Hesse, FAZjob.NET, 12 Januar 2008
Michael Kerres (Uni Duisburg-Essen):
“Mit den Web 2.0-Tools sind längst nicht alle Studierenden vertraut.”
Dorte Huneke, “E-Universität”. Das zweite Leben der Hochschulen, FAZjob.NET, 12 Januar 2008
Wolfgang Frühwald, Germanist:
“Es wäre eine Verschwendung, wenn wir die gegenwärtige Studentengeneration, die bildungswillig und bildungsfähig ist, enttäuschen. Wenn ich sehe, was meine Enkelkinder für Facharbeiten in der Schule abliefern, dann bin ich immer wieder beeindruckt. Dieses Niveau hatten früher Studienarbeiten. In meinen letzten Jahren an der Universität waren rund zwei Drittel meiner Studenten gut bis sehr gut. Mindestens zehn Prozent davon waren besser als ich. Das meine ich ganz ernst.”
Interview mit Wolfgang Frühwald, Die ZEIT, 17 Januar 2008
Hier noch etwas zum Wandel der deutschen Hochschulen:
Manuel J. Hartung und Jan-Martin Wiarda: Der große Feldversuch, Die ZEIT, 17 Januar 2008